Tag 15 - Elk Prairie Nationalpark

Heute sitze ich in der WiFi und mobilfunkfreien Zone und werde erst morgen, meinen Tag Nummer 15 veröffentlichen können. 


Eigentlich dachte ich, es wird ein short ride, nicht so schwer, aber wenn ich schon denke😉. Die beiden Berge heute waren knackig, zweimal von 0 Höhenmeter auf 350 und das auf wenige Kilometer verteilt. Steiler als am Freitag , ich konnte gerade den ersten nur im Wiegetritt fahren. Es war noch kälter als gestern, klar, auf Sauerlandhöhe auch nicht verwunderlich. Ich bin dabei in den Redwood Nationalpark gefahren. Wunderschön, aber auch sehr nebelig, der, je höher ich kam, zunahm. Der Redwood ist ein sagenhafter Baum. Riesig hoch, gerade gewachsen, der Stamm mit das dickste, was ich von einem Baum je gesehen habe. Aber dazu gleich noch mehr.


Bei der Abfahrt bin ich beinahe erfroren, unten angekommen, habe ich erst einmal Siesta gemacht. Dann ging es auf die letzten 18km und ich wusste, es kommt noch einmal so ein Ding von Berg🙄. Und so war es dann auch. In der Steigung habe ich die beiden Jungs aus Seattle wieder getroffen, heute waren sie mir aber irgendwie nicht mehr so sympathisch, also habe ich sie erst einmal am Berg „verblasen“ (wenn ich das mal so einfach beim  Tennis könnte😉).


So, zwischendurch habe ich kurz mal Feuer gemacht und was gegessen. 


Hier im Campground angekommen, alles wie immer bei den staatlichen Zeltplätzen, wenn sie besonders sind, ausgebucht. Die Frage nach den Hiker&Biker Plätzen wurde schroff aus dem Office mit „KIOSK CLOSE“ beantwortet. Also hartnäckig bleiben und nerven, bis Liebchen Ranger die Tür aufgemacht hat. Meinen Platz habe ich gefunden, irre, im Wald, verschlungene Pfade, von dem Wanderweg nicht einsehbar. Die Duschen waren was zum abgewöhnen, ein Quarter für 3 Minuten und dazu „siffig“. Da stehe ich ja drauf, durchgefroren und dann sowas.


Geduscht sah die Welt dann anders aus. Ich habe dann eine kleine Wanderung durch den Nationalpark gemacht, die Bäume sind aus der Nähe dermaßen beeindruckend, das muss man gesehen haben. Sie brauchen den täglichen Nebel und dessen Feuchtigkeit zum überleben. Die Ruhe, das Grün, das hat dann richtig gut getan. Morgen in der Früh sollen Elche zu sehen sein. Das Essen muss hier in Boxen weggeschlossen werden, sonst lockt es Bären an. 

Abends habe ich dann ein junges Pärchen aus Traunstein kennengelernt. Sie sind schon seit einem Jahr weg von Deutschland, haben in Canada studiert und gearbeitet und fahren jetzt mit 2 total normalen Fahrrädern von Canada nach San Francisco. Sie machen aber täglich nur kleine Abschnitte, haben halt viel Zeit und fliegen Mitte Juni heim.


Morgen geht es nach Eureka, heute werde ich früh schlafen gehen.


Nachtrag nachts 3:30 Uhr. Da ich schon um viertel für neun eingeschlafen bin, werde ich wach. Der natürliche Drang wohin heißt ein langer Fußmarsch in der absoluten Dunkelheit (es gibt dunkel und richtig dunkel😉) durch das Wäldchen. Da ich den Marsch heute früh nicht noch einmal machen möchte, nehme ich gleich mein Täschchen mit und putze mir gleich die Zähne und rasiere mich. Es regnet, mein Zelt ist zum Glück dicht. Hoffentlich kann ich noch einmal einschlafen.