Tag 20 Bodega Dunes - genauso hart wie erwartet

Am Ende standen heute 109 km auf dem Tacho und 1400 Höhenmeter. Rauf und runter, immer wieder. Der Straßenbauer hatte ein Herz für Motorradfahrer, aber nicht für Packesel auf Drahtreifen. EinenMotorradfahrer hätte ich heute vom Sozius schießen können, ich im Anstieg, er saust mit voll aufgedrehtem Radio trällernd an mir vorbei...🙄

Aber der Reihe nach. Da ich gestern vergessen hatte, meine Radklamotten zu waschen, habe ich um 8 noch schnell ne Machine angeschmissen. Zwischendurch habe ich wieder Strom „geklaut“, ich docke mich immer an fremde Steckdosen an, um meine Akkus aufzuladen. Gestern Nacht habe ich an einer fremden Blockhütte meinen Akku laden lassen😉 und ganz früh wieder abgedockt. Da ich die nächsten 2 Tage nur Nationalparks auf den Zettel habe, wo es keine Lademöglichkeiten gibt, musste ich sie also alle füllen. 

Um 10 war ich auf dem Rad und laut Buch wusste ich, das es eine sehr schwere Tour werden würde. Das war sie auch. Sehr viele steile Anstiege, unzählige. Das witzige, ich konnte auf meinen Wahoo Computer immer genau sehen, was kommt...sah ich eine „Schlange“ hieß das steil bergab, Linkskurve-Rechtskurve und dann steil wieder rauf und das immer wieder. Nach 40 km kam die letzte Möglichkeit einzukaufen, dort erst einmal 🍗 gegessen und dann die Einkäufe die nächsten 69 km mitschleppen🙄...das ist schon verrückt. Die Strecke war ein Traum, mittendrin der schwierigste Part. Steilküste, 500 Fuß nach oben und dann immer wieder etwas runter und wieder rauf. Die Straße, atemberaubend, die Küste natürlich auch. Der Wind kam straff von der Seite. 10 km vor Bodega Dunes war noch eine Tankstelle, wo ich eine „Peperoni-Wurst“ tanken konnte. Witzigerweise waren vor mir deutsche, denen ich mich aber nicht zu erkennen gegeben habe. Der Kassierer hat danach kurz über die deutschen abgelästert, also sehe ich mittlerweile nicht mehr deutsch aus😂. Kurz vor dem Ziel ist mir seit langem  die Kette abgesprungen, aber das durfte sie auch, heute war Schwerstarbeit angesagt. Mittlerweile habe ich immer Einmalhandschuhe in der Trikottasche, so bleiben die Pfoten sauber👍.

Der Campground ist schön, sogar ein paar Radfahrer sind hier, ein bisschen Smalltalk wurde schon gemacht. Die Nacht kostet mich nur 5 Dollar, das ist natürlich unschlagbar. Nach San Francisco sind es von hier noch ca. 60 Meilen. Da ich 2 Tage Vorsprung rausgeradelt habe, muss ich mal schauen, was ich wo noch mache.