Tag 30 Refugio State Beach near Santa Barbara - Veggie Day

Was ein schöner Tag...ich liege am Refugio State Beach und bin überglücklich, das bis jetzt alles so gut geklappt hat. Vor der Tour heute hatte ich etwas Respekt, aber am Ende ging es einfacher, als gedacht. Es waren auch nur 120km und nicht 133, dazu auch nur knapp 1600 Höhenmeter und nicht 2000. 

Wegen der Hitze im Landesinneren wollte ich eigentlich schon um kurz nach sieben losfahren, aber ich habe „verpennt“ und so ging es erst 8:20 Uhr los. Nach 2km schon die ersten Wellen, Wind von der Seite und ich habe gedacht, na, das geht ja gut los🙄. Die Strecke ging dann über Guadalupe über Orcutt an endlosen Erdbeerfeldern und Kohlfeldern (sah so aus, bin da nicht der Experte😂) vorbei, von daher der Veggie-Day. Von der Streckenführung wusste ich aus meinem Buch, das ich nicht dem Highway 1 folgen sollte, sondern dem Highway 135, meine Bike-App aus den USA hat mich dann aber kurz danach zum abbiegen geschickt und schon war ich in der „Rampe“. Ich dachte, der erste richtige Berg kommt erst nach Lompoc und habe dann auf mich geschimpft, „du Hornochse, wieso liest du nicht erst einmal nach“. Die Straße hat sich dann immer weiter nach oben geschraubt, irgendwann war dann die höchste Stelle erreicht. So langsam es hoch ging, so schnell ging es wieder runter...und dann war ich in Lompoc, der einzigen Stadt, wo ich meine Trinkflaschen wieder auffüllen konnte und ich eine kleine Pause gemacht habe. Dann habe ich mir das Buch vorgenommen und siehe da, alles richtig gemacht, das war dann schon der erste richtige Berg. 

Direkt nach Lompoc ging es dann 13 Meilen aufwärts. Die Sonne stand gefühlt senkrecht und es war heiß. Dem Helm habe ich beim Aufstieg abgemacht, gefühlt hatte ich eine Brütanlage auf dem Schädel. Die Füße haben dann irgendwann auch gekocht und vor allen Dingen der linke Fuß tat auf einmal weh, die Steigung wollte einfach nicht enden. Dann habe ich das ersehnte Verkehrsschild  gesehen, das vor der Abfahrt gewarnt hat...yeah und dann ging es mit einem Affenzahn bergab, Richtung Gaviota. Dort dann bei 40km/h ein Knall, ich bin mit beiden Reifen über etwas drübergebrettert, im ersten Moment habe ich gedacht, es hat mir jetzt beide Reifen zerfetzt. Bange Sekunden später habe ich dann gemerkt, das beide Reifen in Ordnung waren.

In Gaviota ist auch ein Nationalpark, aber ohne Dusche, also bin ich noch 17km weiter gefahren, zum Refugio Nationalpark. Ein Traum, klein, gepflegt, Hiker&Biker direkt am Strand, Palmen, sogar einen kleinen Shop gibt es (der erste in einem Nationalpark) hier.

Die Fahrradklamotten hängen schon gewaschen an der Leine, mit 2 Bikern teile ich mir den Platz, total schön. 

Ich hoffe, ich kann dieses Gefühl der Weite und der Ruhe lange in meinem Herzen tragen.