Tag 31 Santa Barbara - spontane Planänderung

Wenn ich eines hier auf meiner Reise gelernt habe, ist es flexibel zu sein und auch wenn man sich schon viele Gedanken gemacht hat und der Plan steht, dann doch wieder davon abzuweichen😄.

Eigentlich wollte ich morgen mit dem Zug von Santa Barbara nach LA fahren, mir an der Union Station gegen Mittag einen Mietwagen besorgen und dann die Besorgungen für die Familie und mein Rad machen. Aber mir war das irgendwie alles zu eng. Also fing ich an zu suchen, im World Wide Web. Immer wieder hin und her überlegt, die Wehmut, die letzte Tour zu machen, war übergroß und ich war kurz davor, die Unterkunft in Santa Barbara sausen zu lassen und nonstop Richtung LA zu fahren (wollte der erste Mann links im Ohr - der Rebell). Der rechte Mann (die Vernunft) hat nur gesagt, „sag mal, hast du ne Vollmaise, dann kommst du erst abends an und was hast du dann davon?“. Also bin ich nach Santa Barbara zum Flughafen gefahren und habe mir spontan dort einen Van gemietet, der jetzt für 2 Tage das gleiche kostet, wie einen Tag in Los Angeles.

Die Tussi am Budget Schalter war unmöglich, erst wollte sie meinen internationalen Führerschein sehen, zum Glück konnte der Kollege und ich sie überzeugen, das man das in den 🇺🇸 als deutscher nicht mehr braucht. Einweisung am Fahrzeug - Fehlanzeige. Noch nicht einmal ein Bordbuch, Steffi müsste jetzt eigentlich lachen😂.

Egal, Sitze umgeklappt, Fahrrad rein und ab die Luzie. Zu allererst ins Home Depot, der Hornbach der USA. Dort habe ich mir Verpackungsmaterial für das Rad besorgt, Folie und Isoliermaterial für Heizkörper, die den Rahmen schützen. Dann wollte ich die Radläden nach einem Radkarton abklappern und bin beim zweiten schon fündig geworden. Kurz bei Mäcces gestärkt, ein Geschenk besorgt, mir was von Levi’s und jetzt sitze ich hier im Casa Del Mar In, es gibt Wein, Käse und Weintrauben. Hat ein bisschen was von Toskana, auch wenn ich noch nie dort war.

Santa Barbara ist eine wunderbare Stadt, auch die Vororte, sportliches junges Flair, Radfahrer ohne Ende, die mediterrane Architektur, eine richtige „hier fühle ich mich sauwohl Stadt“. Es gibt sogar Kreisverkehre nur für Radfahrer - amazing.

Heute morgen noch mit zwei Mädels auf dem Rad unterhalten, die eine war mit dem Rad vorher in Südamerika, die andere bleibt erst einmal hier und verkauft ihr Rad in San Diego.

Ich niemals, da ist eine metallene Liebesgeschichte draus geworden. So sicher mich mein Salsa hierhin gebracht hat, so sicher bringe ich es nach Hause. 

Das ist ein unbeschreiblich schöner Urlaub. Ich bin stolz und traurig zugleich, freue mich auf meine Familie, bin aber immer noch hungrig nach Erlebnissen. 

Danke aber an alle, die mir gefolgt sind und mich gerade in den ersten Tagen aufgemuntert haben. 

Morgen werde ich in Ruhe frühstücken und dann Los Angeles unsicher machen und natürlich mit dem Rad am Beach rumfahren. Darauf freue ich mich schon wie Bolle😄.